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		<title>Exklusives Interview mit Bud Spencer</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 18:20:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CRone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Berlin, 26. März 2012: Der Schauspieler Bud Spencer hat heute den zweiten Teil seiner Autobiografie in Berlin vorgestellt. Das Werk mit dem Titel „In achtzig Jahren um die Welt“ vermittelt den Fans sehr persönliche Einblicke in Spencers Leben als Schauspieler, Schwimmer, Weltreisender, Musiker, Jurist, Erfinder und&#160;&#160;<a class="excerptmore" href="http://www.etmedia.de/?p=218">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Berlin, 26. März 2012: </strong>Der Schauspieler Bud Spencer hat heute den zweiten Teil seiner</p>
<div id="attachment_220" class="wp-caption alignright" style="width: 190px"><a href="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2012/03/Bud_Spencer_1_kl_c_ET-Media_Wagner.jpg" rel='prettyPhoto'><img class="size-medium wp-image-220 " title="Bud_Spencer_1_kl_c_ET-Media_Wagner" src="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2012/03/Bud_Spencer_1_kl_c_ET-Media_Wagner-300x264.jpg" alt="Bud Spencer stellt zweiten Teil seiner Autobiografie vor" width="180" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Bud Spencer stellt zweiten Teil seiner Autobiografie vor</p></div>
<p>Autobiografie in Berlin vorgestellt. Das Werk mit dem Titel „In achtzig Jahren um die Welt“ vermittelt den Fans sehr persönliche Einblicke in Spencers Leben als Schauspieler, Schwimmer, Weltreisender, Musiker, Jurist, Erfinder und Familienvater. Viele Leser hätten ihn nach der Veröffentlichung des ersten Teils seiner Lebensgeschichte im Jahr 2011 nach Anekdoten gefragt, die der Italiener am Filmset, auf Reisen oder mit seiner Familie erlebt habe, so Spencer. Diesen Anfragen komme er mit dem neuen Buch jetzt nach.</p>
<p>Die Frage, ob auch die Fortsetzung seiner Autobiografie wieder ein Bestseller werde, sei für ihn nicht entscheidend, sagte Spencer in Berlin. „Mir ist es wichtig, dass ich den Lesern in meinen Büchern etwas mitteilen kann.“ Dabei wolle der 82-Jährige allerdings keine Ratschläge erteilen. Vielmehr lerne er stetig von seinen Lesern und Fans.</p>
<p>Nach Aussage des Verlegers, Oliver Schwarzkopf, ist der zweite Teil der Autobiografie allerdings bereits jetzt in die SPIEGEL Beststellerliste eingestiegen. Obwohl „In achtzig Jahren um die Welt“ bereits vor dem ersten Promotiontermin ausgeliefert wurde und aktuell erst in wenigen Buchhandlungen vorrätig sei, habe es bereits jetzt Platz 50 der Bestsellerliste erreicht, so Schwarzkopf.</p>
<p>Der 1929 in Neapel geborene Schauspieler, der mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli heißt, konnte bereits mit dem ersten Teil seiner Autobiografie einen Bestseller-Erfolg feiern. Das Buch landete im Jahr 2011 auf Platz 1 der SPIEGEL Bestsellerliste und wurde bislang über 125.000 mal verkauft.</p>
<p><strong><a href="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2012/03/Bud_Spencer_2_kl_c_ET-Media_Wagner1.jpg" rel='prettyPhoto'><img class="alignleft size-medium wp-image-223" title="Bud_Spencer_2_kl_c_ET-Media_Wagner" src="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2012/03/Bud_Spencer_2_kl_c_ET-Media_Wagner1-300x291.jpg" alt="" width="180" height="175" /></a>Interview: Frank M. Wagner</strong></p>
<p><strong>Frage:</strong> Sie sind mit dem Flugzeug aus Rom angereist. Wie geht’s Ihnen?</p>
<p><strong>Bud Spencer:</strong> Es geht mir gut.</p>
<p><strong>Frage:</strong> Sie sind Schauspieler, Sportler, Sänger, Komponist, Erfinder, Jurist usw. Wie würden Sie sich selbst beschreiben?</p>
<p><strong>Bud Spencer:</strong> Ich würde mein Leben so beschreiben: Jetzt, wo ich diese 82 Jahre erreicht habe, konnte ich all das umsetzen, was ich mir vorgenommen habe. Abgesehen von zwei Dingen. Wollen Sie wissen, welche?</p>
<p><strong>Frage:</strong> Gerne.</p>
<p><strong>Bud Spencer:</strong> Da ist zum einen der Beruf des Balletttänzers. Den konnte ich aus körperlichen Gründen nie ausüben, weil ich eben ein bestimmtes Gewicht habe. Die andere Sache, die ich in meinem gesamten Leben nie gemacht habe, ist der Beruf des Jockeys beim Pferderennen. Dort gilt ja eine Gewichtobergrenze von 50 Kilogramm. Was aber alle anderen Tätigkeiten angeht, die Sie genannt haben: Die habe ich alle ausgekostet.</p>
<p><strong>Frage:</strong> Hatten Sie denn einmal ernsthaft vor, Jockey zu werden und bei Pferderennen zu reiten?</p>
<p><strong>Bud Spencer:</strong> Selbst wenn ich mir das in den Kopf gesetzt hätte, hätte ich es nie machen können. Ich bin ja immerhin bereits mit sechs Kilogramm Gewicht geboren worden. Bei den ersten olympischen Spielen wog ich 104 Kilo, dann bei den nächsten 106 Kilo, später hatte ich bei einigen Filmen ein Gewicht von 150 Kilogramm. Insofern war es für mich völlig unrealistisch, Jockey zu werden. Ansonsten hätte ich es aber sicher ausprobiert. Allerdings war ich im Reiten nie besonders stark. Die Pferde merken ja sofort beim ersten Kontakt, ob man ein guter Reiter ist oder nicht.</p>
<p><strong>Frage:</strong> In Ihren Filmen sind Sie aber durchaus häufiger geritten.</p>
<p><strong>Bud Spencer:</strong> Ja, aber ich war nie ein begnadeter Reiter. Ich hatte mal ein Pferd, das den Namen des berühmten spanischen Toreros „El Cordobés“ trug. Das Tier hat gleich gemerkt, dass ich für das Reiten nicht geschaffen bin. Es hat den Dienst verweigert und schon am ersten Tag versucht, mich abzuwerfen. Am zweiten Tag war es ähnlich. Sobald das Pferd mich gesehen hat und ich meinen Schuh in den Steigbügel gesetzt habe, drehte es sich um und warf sich auf den Boden. Es weigerte sich komplett, mit mir zu reiten. Damit möchte ich deutlich machen: Ich habe tatsächlich alles ausprobiert, was ich wollte. Aber ich war nicht überall erfolgreich.</p>
<p><strong>Frage:</strong> In vielen Bereichen waren Sie jedoch erfolgreich. Ganz gleich, ob man eher junge Leute fragt, oder auch ältere, von etwa 8 bis 88 Jahren mag Jeder (und auch Jede) Ihre Filme. Es gibt niemanden, der Sie nicht mag. Was glauben Sie, was macht Ihren Erfolg aus?</p>
<p><strong>Bud Spencer:</strong> Sie lieben mich für das, was ich in den Filmen tue. Denn jeder hat in seinem Leben jemanden über sich, dem er gerne mal einen Fausthieb versetzen würde.</p>
<p><strong>Frage:</strong>Richtig, das fängt als Kind schon an, wo vielleicht ältere Spielkameraden die</p>
<div id="attachment_222" class="wp-caption alignright" style="width: 190px"><a href="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2012/03/Bud_Spencer_3_kl_c_ET-Media_Wagner.jpg" rel='prettyPhoto'><img class="size-medium wp-image-222 " title="Bud_Spencer_3_kl_c_ET-Media_Wagner" src="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2012/03/Bud_Spencer_3_kl_c_ET-Media_Wagner-300x248.jpg" alt="Bud Spencer in Berlin" width="180" height="149" /></a><p class="wp-caption-text">Kultstar stellt zweiten Teil seiner Autobiografie vor</p></div>
<p>kleineren ärgern. Später sind es dann die Vorgesetzten im Job, die einen Menschen nerven können.</p>
<p><strong>Bud Spencer:</strong> Ja, genau, jedem geht es doch so. Vom Straßenkehrer an der Ecke bis hin zum Bankdirektor. Jeder hat irgendeinen über sich, dem er gerne einmal eins auswischen möchte.</p>
<p><strong>Frage:</strong> Großstädte wie zum Beispiel Berlin werden ja aktuell immer gefährlicher. Da würde ich es natürlich begrüßen, wenn jemand wie Sie mich abends in der U-Bahn oder auf der Straße begleiten würde, und dann für Recht und Ordnung sorgen könnte.</p>
<p><strong>Bud Spencer (<em>lacht</em>):</strong> Ja, das mag sein. Aber leider würde bei meinen Reaktionen gar nichts passieren. Es gibt kein Blut, es gibt keine Toten, keine Verletzten, überhaupt nichts. Und darin liegt auch der Schlüssel zum Verständnis der Filme. Alle Leute, selbst die kleinsten Kinder, die meine Filme oder die von Terence Hill und mir sehen, verstehen, dass man so nicht vorgehen sollte. Man lacht, wenn man die Filme sieht. Aber es passiert nichts Schlimmes dabei. Und das ist im Grunde das ganze Geheimnis.</p>
<p><strong>Frage:</strong> Sie gelten ja als Erfinder der legendären „Doppelbackpfeife“: Hat sich das damals spontan ergeben?</p>
<p><strong>Bud Spencer:</strong> Das ist einfach so aus mir heraus gekommen, das habe ich nicht großartig vorbereitet.</p>
<p><strong>Frage:</strong> Also ist es schon ihre Choreografie, die hinter den vielen Kämpfen steckt?</p>
<p><strong>Bud Spencer:</strong> Ja, ein Teil der Choreographien stammt von mir, ein Teil von Terence Hill und  auch von den beteiligten Stuntmen.</p>
<p><strong>Frage:</strong> Ist der Schlag mit der Faust auf den Kopf auch eine Erfindung von Ihnen?</p>
<p><strong>Bud Spencer:</strong> Diesen Schlag nennt man auf italienisch „die Wachtel“. Und diese Wachtel widerspricht in der Realität wirklich jeder Wahrscheinlichkeit. Normalerweise würde jemand, dem man mit der Faust auf den Kopf schlägt, zu Boden gehen. In den Filmen ist es aber so, dass der Geschlagene sich – statt zu fallen – zunächst nach oben bewegt und erst dann zu Boden fällt. Und das ist komisch.</p>
<p><strong>Frage:</strong> Haben Sie bei den Dreharbeiten schon einmal jemanden getroffen oder gar verletzt?</p>
<p><strong>Bud Spencer:</strong> Nein. Terrence ist allerdings einmal verletzt worden.</p>
<p><strong>Frage:</strong> War das eine schwerwiegende Verletzung?</p>
<p><strong>Bud Spencer:</strong> Nein, er hat einen Tisch auf den Kopf bekommen. Allerdings war dieser natürlich aus dünnem Sperrholz gefertigt. Der Tisch galt eigentlich mir, hat dann aber tatsächlich ihn getroffen. Ich habe mich gebückt und Terrence, der auf der anderen Seite stand, musste den Tisch dann mit dem Kopf abfangen. Zum Glück ist dieses Bühnenholz ein ganz leichtes Material.</p>
<p><strong>Frage:</strong> Wie viel harte Arbeit und Vorbereitungszeit steckt hinter den Kampfszene in Ihren Filmen?</p>
<p><strong>Bud Spencer:</strong> Um einen Faustkampf von einer Minute zu drehen, braucht man etwa zwei Wochen. Das ist eine sehr schwierige Arbeit, denn es muss ja alles genau abgezirkelt sein. Und vor allem erfolgt der Kampf nicht in natürlicher Geschwindigkeit. Denn wenn dies so wäre, würde man die Schläge im Film gar nicht wahrnehmen können. Insofern ist es auch sehr aufwendig, den Kampf vorher zeitlich genau abzustimmen.</p>
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		<title>„Gottschalk live“: Premiere mit Werbeunterbrechungen</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 08:44:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CRone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeist / Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Berlin, 24. Januar 2012. Er ist wieder da: Nach seinem Abschied von „Wetten, dass…?“ feierte Moderator Thomas Gottschalk am Montagabend mit seinem neuen Format „Gottschalk Live“ in der ARD Premiere. Von Montag bis Donnerstag wird der Showmaster ab sofort täglich um 19:20 Uhr live vor&#160;&#160;<a class="excerptmore" href="http://www.etmedia.de/?p=199">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2012/01/A_Gottschalk_Premiere_ET-Media_Wagner.jpg" rel='prettyPhoto'><img class="size-medium wp-image-203 alignleft" title="A_Gottschalk_Premiere_ET-Media_Wagner" src="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2012/01/A_Gottschalk_Premiere_ET-Media_Wagner-300x221.jpg" alt="" width="300" height="221" /></a>Berlin, 24. Januar 2012. Er ist wieder da: Nach seinem Abschied von „Wetten, dass…?“ feierte Moderator Thomas Gottschalk am Montagabend mit seinem neuen Format „Gottschalk Live“ in der ARD Premiere. Von Montag bis Donnerstag wird der Showmaster ab sofort täglich um 19:20 Uhr live vor die Kameras treten und die Zuschauer unterhalten. Ein halbe Stunde lang präsentiert der 61-jährige dann seine persönliche (halbe) „Happy Hour“ aus dem Studio im Berliner Humboldt Carré.</p>
<p>Dabei gibt er  in seiner Sendung „gewisse Garantien“, stellt der gebürtige Franke zu Beginn seiner Show klar: So sei „Gottschalk Live“ eine Wulff-freie halbe Stunde, auch über den EU-Rettungsschirm werde der Zuschauer bei ihm nichts erfahren. Ansonsten ist das neue Format inhaltlich durchaus breit aufgestellt. Unterschiedliche Themen aus Kultur, Entertainment, Wirtschaft, Politik und Zeitgeschehen bilden den Kern jeder Sendung. Entscheidend ist dabei, dass es sich um aktuelle News handelt, die Tagesgespräch sind, die Menschen bewegen oder zumindest Gottschalk selbst relevant erscheinen. Gäste gibt es, wer hätte anderes erwartet, natürlich auch: „Von Lady Gaga bis Angela Merkel steht seine Sendung jedem offen. Einzige Voraussetzung ist: Die Eingeladenen müssen etwas zu erzählen haben, was Moderator wie Publikum gleichermaßen interessiert und bewegt“, heißt es dazu in der Pressemappe. Eine Anforderung, die Multitalent Michael „Bully“ Herbig offenbar erfüllt. Der Komiker, Schauspieler und Produzent war gestern Abend der erste Gast in Gottschalks neuer Show und promotete hier unter anderem seinen neuen Film „Zettl“. Eine durchaus unterhaltsame halbe Stunde. Schnell wird klar: Die neue ARD-Vorabend-Show ist ein echter Gottschalk: Illustre Gäste, Schlagfertigkeit, gute Gags. So kennt man den Kulmbacher Moderator und so ein Auftreten erwartet das Publikum von der Showlegende auch.</p>
<p>Während der Sendung können die Zuschauer über die neuen Medien mit der Redaktion und dem Moderator in Kontakt treten: Gottschalk legt viel Wert auf Interaktivität via E-Mail und diverse Social-Media Kanäle.</p>
<p>Zur Premiere ebenfalls im Studio: UFA-Chef Wolf Bauer. Die UFA-Tochter Grundy Light Entertainment produziert die Show. Sichtlich gut gelaunt und offenbar sehr zufrieden steht der Film- und Fernseh-Produzent etwas abseits vom Medientrubel, der das Studio an diesem Abend mit unbarmherziger Härte heimsucht. Gleich mehrere Dutzend Fotografen rufen lautstark durcheinander, schlagen sich fast um das beste Bild. Es gibt durchaus PR-Termine beziehungsweise auch sogenannte „Fotocalls“ wie diesen, bei denen sich deutlich weniger Fotografen einfinden. Auch in Berlin. Bei „Gottschalk Live“ sind es gefühlte 100 Journalisten, die die ARD-Premiere begleiten wollen. Kein Wunder: Der Name zieht eben. Die Show auch. Etwas nervig muten jedoch die ständigen Werbeunterbrechungen an. Während der knapp 30 Minuten dauernden Show schneidet die Werbung den Protagonisten gleich drei Mal das Wort ab. Nicht nur bei vielen Zuschauern des Großstadtreviers, das bislang auf dem Sendeplatz lief, ruft diese Werbe-Frequenz doch ein wenig Befremden hervor. Dennoch gilt für „Gottschalk Live“: Zuschauer unterhalten, Premiere geglückt. Bitte mehr davon mit weniger commercial breaks.</p>
<p>Frank M. Wagner<br />
ET-Media, Berlin</p>
<p><strong>Update vom 18. April 2012:</strong><br />
Die Intendanten der Ard beenden die Sendung &#8220;Gottschalk live&#8221; zum 7. Juni 2012. Grund sei die geringe Publkumsresonanz, heißt es in einer heute veröffentlichten Presseerklärung.<br />
Die Ard-Vorsitzende Monika Piel lässt sich mit folgenden Worten zitieren: &#8220;Ich finde es schade, dass &#8220;Gottschalk Live&#8221; beim Publikum nicht den Zuspruch gefunden hat, den wir diesem Format alle gewünscht haben. Es war ein Experiment, auf das sich Thomas Gottschalk mit seiner ganzen Persönlichkeit eingelassen hat. Er ist mit uns gemeinsam das Wagnis für ein neues Sendekonzept für den Vorabend eingegangen. Wir werden nun in aller Ruhe gemeinsam über eine Zusammenarbeit in anderer Form nachdenken.&#8221;<br />
Entertainer Thomas Gottschalk erklärt: &#8220;Ich nehme diese Entscheidung der Intendanten mit Bedauern zur Kenntnis, habe aber volles Verständnis dafür. Es war uns von Anfang an klar, dass wir mit diesem Format ein Experiment gewagt haben und ich war mir des Risikos zu jeder<br />
Zeit bewusst. Über das Schicksal eines Fernsehmoderators entscheidet das Publikum und ich muss zur Kenntnis nehmen, dass es mir nicht gelungen ist, an diesem Programmplatz genügend Zuschauer zu begeistern. Trotzdem hat mir diese Erfahrung großen Spaß gemacht und ich danke der ARD, dass sie mir die Chance dazu gegeben hat.&#8221;</p>
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		<title>Saarland: „Entscheidung für Neuwahlen ist legitim“</title>
		<link>http://www.etmedia.de/?p=195</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 07:49:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CRone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>

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		<description><![CDATA[Politikwissenschaftler Carsten Koschmieder zur Anküdigung von CDU und SPD, Ende März Neuwahlen durchführen zu wollen ET-MEDIA: Nach der Aufkündigung der Jamaika-Koalition und dem Scheitern von Koalitionsgesprächen haben CDU und SPD Neuwahlen angekündigt. Wann halten Sie als Politologe es für notwendig, Neuwahlen durchzuführen? Koschmieder: Bei einer&#160;&#160;<a class="excerptmore" href="http://www.etmedia.de/?p=195">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Politikwissenschaftler Carsten Koschmieder zur Anküdigung von CDU und SPD, Ende März Neuwahlen durchführen zu wollen</p>
<p>ET-MEDIA: Nach der Aufkündigung der Jamaika-Koalition und dem Scheitern von Koalitionsgesprächen haben CDU und SPD Neuwahlen angekündigt. Wann halten Sie als Politologe es für notwendig, Neuwahlen durchzuführen?</p>
<p>Koschmieder: Bei einer Wahl werden ja nur Parteien bzw. Personen, im Wesentlichen aber Parteien gewählt und keine Koalitionen. Wenn man beispielsweise im Saarland die Grünen gewählt hat, wusste man, dass die Grünen dadurch mehr Abgeordnete bekommen. Aber ob danach eine Regierung mit der SPD oder zum Beispiel mit der CDU zustande kommt, wusste man nicht. Hätten die Grünen dann auf Jamaika verzichtet und wären ein Rot-Rot-Grünes Bündnis eingegangen, dann hätte man nicht sagen können, dass die Wähler getäuscht worden wären und es deswegen Neuwahlen statt eines Regierungswechsels geben müsste. Das heißt, Regierungswechsel sind ohne Neuwahlen möglich und auch legitim. Von „Wählerbetrug“ oder „Mauschelei“ ohne Wählerbeteiligung kann dann nicht die Rede sein, auch wenn das eine oder andere Medium so etwas schreibt. In Abhängigkeit von der Gesamtsituation kann es allerdings geboten sein, Neuwahlen durchzuführen. Ich denke, wenn sich SPD und CDU in dieser Situation auf eine Große Koalition geeinigt hätten, wäre das genauso legitim wie die Entscheidung für Neuwahlen.</p>
<p>ET-MEDIA: Halten Sie Neuwahlen in der konkreten Situation für den richtigen Schritt?</p>
<p>Koschmieder: Kurz gesagt: Ja. Wenn CDU und SPD sich offensichtlich nicht einigen konnten, dann ist es auf jeden Fall der richtige Schritt. Man könnte jetzt darüber reden, ob sie sich nicht doch hätten einigen können und es vielleicht besser gewesen wäre, wenn beide etwas kompromissbereiter gewesen wären, um doch zu einer Großen Koalition zu kommen. Aber das ist mir zu hypothetisch. Hier ist eine Regierung in einer selten da gewesenen Art und Weise zerbrochen und da sind Neuwahlen die relativ logische Konsequenz, wenn die Gespräch über eine Große Koalition nicht zu einem Erfolg führen.</p>
<p>ET-MEDIA: In den gemeinsamen Gesprächen waren CDU und SPD sich in den letzten Wochen ja durchaus einig. Unüberwindbare, inhaltliche Streitpunkte gab es jedenfalls nicht. Trotzdem wollen beide Parteien Neuwahlen.</p>
<p>Als Grund geben beide an, dass eine neue Regierung eine Steigerung der Legitimation durch das Volk voraussetze -  nämlich für fünf statt für zwei Jahre. Allein durch die Verlängerung der Regierungszeit wird die Legitimation der Regierung aber de facto und de jure nicht erhöht.<br />
Koschmieder: Da haben Sie recht. Das theoretische Argument wäre eher, dass man sagt „Wir sind im Prinzip für eine Große Kolaition, aber jetzt lassen wir doch den Souverän entscheiden, vielleicht will der ja andere Mehrheiten, nachdem die letzte Wahl schon eine Weile her ist“. Ich denke allerdings, dass man sich ganz pragmatisch nicht auf die vorgezogenen Neuwahlen einigen konnte, die die SPD gefordert hatte. Die Behauptung, es ginge darum, dass man jetzt fünf statt zwei Jahre lang regiere, ist vermutlich nicht die ganze Wahrheit.</p>
<p>ET-MEDIA: Es heißt ja, die strukturellen Probleme des Saarlandes seien so groß, dass man vernünftigerweise fünf statt der verbleibenden zwei Jahre brauche, um sie angehen zu können. Realiter könnte sich die aktuelle Situation 2011/12 allerdings besser darstellen als sie noch 2009 zu Zeiten der Wirtschaftskrise war?</p>
<p>Koschmieder: Wenn ich das richtig sehe, geht es im Saarland ja hauptsächlich um die Einhaltung der Schuldenbremse. Da ist es natürlich besser, wenn die Regierungsmehrheit breit und sicher ist. In diesem Zusammenhang ist es zudem sinnvoll, dass keine allzu breite Opposition gegen das notwendige Sparpaket steht bzw. auch dass man bei so einem Thema möglichst viele Gruppen in der Gesellschaft mitnimmt. Eine eher konsensuale Einigung auf ein Sparpaket ist natürlich immer besser, als wenn eine Regierungskoalition nur eine Mehrheit von 51 Prozent hat und Ihr Paket dann durchdrückt.</p>
<p>ET-MEDIA: CDU und SPD haben betont, dass sie nach der Wahl eine große Koalition bilden wollen. Vor der Wahl wollten sie dies aber ebenfalls. Vor diesem Hintergrund scheint der Sinn von Neuwahlen etwas zweifelhaft. Können Sie diese Haltung aus politologischer Sicht nachvollziehen?</p>
<p>Koschmieder: Diese Haltung impliziert, dass es sozusagen klar ist, wie die Wahl ausgeht. Aber die Bürger des Saarlandes könnten ja auch sagen: Wir sind damit unzufrieden, wir wählen CDU und SPD nicht. Faktisch wird das wohl nicht passieren und faktisch kann man sagen, dass die Wahl nichts daran ändert, dass es die Große Koalition gibt. Aber im Prinzip wäre die Möglichkeit für den Souverän vorhanden, zu sagen: „Wir wollen es anders“. Abgesehen davon geht es ja auch noch um die Frage, wer den Ministerpräsidenten stellt und die Mehrheit bekommt. Zumindest theoretisch würde ich auch Rot-Grün nicht ganz ausschließen, falls die FDP nicht in den Landtag kommt und die Piraten auch nicht. Dann könnte Rot-Grün zumindest rechnerisch möglich sein. Und auch wenn Heiko Maas die Große Koalition zu bevorzugen scheint, gibt es in der SPD aber auch Stimmen, die sagen: „Dann lieber Rot-Grün“. So ganz bedeutungslos ist die Wahlentscheidung also nicht.</p>
<p>ET-MEDIA: Wenn man sich die Äußerungen der letzten Tage von Gregor Gysi und Oskar Lafontaine anschaut, dann wird klar, dass beide engagiert für ein rot-rotes Bündnis werben. Welche Chancen räumen Sie diesem Ansinnen an?</p>
<p>Koschmieder: Das halte ich nicht für wahrscheinlich. Zum einen wegen der inhaltlichen Unterschiede. Gerade die Einhaltung der Schuldenbremse scheint mir für die Maas-SPD relativ wichtig zu sein, während Lafontaine ja deutlich macht, dass es für ihn Wichtigeres gibt, als weniger Schulden zu machen und die Ausgaben stärker einzuschränken. Darüber hinaus gibt es auch personelle Schwierigkeiten: Ich bin mir nicht sicher, ob Heiko Maas und Oskar Lafontaine vertrauensvoll zusammenarbeiten könnten und wollten. Und ich glaube, dass es allgemein in der SPD sehr starke Vorbehalte gegen den Teil der Linkspartei gibt, der von dem eher radikaleren Lafontaine-Flügel dominiert wird. Deswegen hat die SPD sicher Schwierigkeiten, gerade im Saarland – wo Lafontaine physisch anwesend ist – mit der Links-Partei zusammen zu arbeiten. Aber vielleicht vereinbart die SPD nach der Wahl mal ein Vortreffen, um zu prüfen, ob es sich lohnt zu sondieren. Damit könnte die SPD natürlich auch die CDU unter Druck setzen und sagen, dass man notfalls auch noch eine Alternative hat, und daher mehr Zugeständnisse von der Union fordert.</p>
<p>ET-MEDIA:  Gibt es eigentlich vergleichbare Situationen in anderen Ländern bzw. im Ausland?</p>
<p>Koschmieder: Das kann ich spontan nicht beantworten, halte ich aber für nicht besonders abwegig. Wenn eine Regierungskoalition zusammenbricht, haben ja nicht immer alle Parteien ein Interesse an einer Neuwahl. Und dass man dann über eine Alternative nachdenkt, ist sicher nicht falsch. Nehmen Sie die Situation im Bund, da gibt’s ja nicht wenige Journalisten und auch Politiker, die der Meinung sind, die FDP sei so am Ende, dass die Regierungskoalition bald auseinanderfalle. Die SPD hat Merkel für diesen Fall übergangsweise und für einen begrenzten Zeitraum eine Große Koalition angeboten, um wichtige Gesetze durchzubringen, dann aber Neuwahlen herbeizuführen. Das ist natürlich bislang so nicht passiert, weil die Regierungskoalition bisher nicht auseinander gefallen ist. Es könnte aber durchaus dazu kommen. Und ich halte es weder für unmoralisches Postengeschacher, noch für verwerflich, darüber zu reden. Aber auch Neuwahlen sind natürlich in Ordnung.</p>
<p>ET-MEDIA: Nach Ansicht des Mainzer Politikwissenschaftlers Falter wäre eine sofortige Große Koalition ohne Neuwahlen für das Saarland der bessere Weg gewesen. Das sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Dies hätte weniger Unruhe gebracht und mehr Kontinuität gegeben. Der Wunsch der SPD, die nächsten Landtagswahlen auf 2013 vorzuziehen, habe dies aber zunichte gemacht. Wie sehen Sie das?</p>
<p>Koschmieder:  Für die CDU wäre eine sofortige Große Koalition natürlich besser gewesen und die Neuwahl eine weniger schöne Option, weil sie Gefahr läuft, nicht mehr stärkste Kraft zu sein und damit die Ministerpräsidentin nicht mehr stellen zu können. Für die SPD hingegen bieten die Wahlen natürlich eine Chance. Die Aussage, dass die sofortige Große Koalition daran gescheitert ist, dass die SPD die Neuwahlen gerne vorgezogen hätte, ist nach meiner Kenntnis faktisch richtig. Für Falters Argument der Unruhe und der fehlenden Kontinuität spricht natürlich, dass zunächst der Landtag binnen 60 Tagen nach seiner Auflösung neu gewählt werden muss und in dieser Zeit ausschließlich Wahlkampf gemacht wird und keine Entscheidungen getroffen werden. Und während der Sondierungsgespräche und der Koalitionsverhandlungen nach der Wahl hält dieser Zustand ja auch noch einige Wochen lang an. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass das Saarland vor großen Problemen steht, ein Sparpaket auflegen muss und nicht monatelang einfach nichts tun kann, dann stimmt Falters Aussage so natürlich: Für eine schnelle Problemlösung wäre die Große Koalition ohne Neuwahlen der beste Weg gewesen – aber natürlich nur, wenn die neue Regierung sich in inhaltlichen Fragen wirklich hätte einigen können. Außerdem muss man überlegen, wie stark man die einzelnen Punkte gewichtet. Dann muss man abwägen: Die schnelle Handlungsfähigkeit der Regierung, die Legitimation der Regierung durch Wahlen, die Einigkeit, mit der die Regierung handeln kann, und so weiter. Daher halte ich Falters Aussage nicht für falsch, würde ihr aber trotzdem so nicht zustimmen.</p>
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		<title>&#8220;Das war alles geplant&#8221;</title>
		<link>http://www.etmedia.de/?p=192</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 07:39:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CRone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.etmedia.de/?p=192</guid>
		<description><![CDATA[MdB Markus Tressel, Generalsekretär der Saar-Grünen, zum plötzlichen Ende der Jamaika-Koalition im Saarland. Für ihn war alles von langer Hand vorbereitet. ET-Media: Die Grünen wurden von der Ministerpräsidentin für ihre Arbeit in der Koalition gelobt, dennoch sind sie aus der Regierung geflogen. Wie sauer sind&#160;&#160;<a class="excerptmore" href="http://www.etmedia.de/?p=192">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>MdB Markus Tressel, Generalsekretär der Saar-Grünen, zum plötzlichen Ende der Jamaika-Koalition im Saarland. Für ihn war alles von langer Hand vorbereitet.<br />
ET-Media: Die Grünen wurden von der Ministerpräsidentin für ihre Arbeit in der Koalition gelobt, dennoch sind sie aus der Regierung geflogen. Wie sauer sind Sie?</p>
<p>Sauer ist da sicher das falsche Wort. Wir haben viele unserer Punkte in dieser Koalition umsetzen können. Wir hätten das eine oder andere Thema gerne noch realisiert, das sage ich auch ganz offen. Aber wenn eben der Lauf der Dinge so ist, dass man entschieden hat, dass diese Koalition nicht weiterarbeiten kann, dann ist das so. Wissen Sie, menschliche Enttäuschungen mögen sicher eine Rolle spielen, aber die müssen dann auch relativ schnell wieder beiseitetreten, um eben die Sacharbeit organisieren zu können.</p>
<p>ET-Media: Fühlen Sie sich von der Ministerpräsidentin übergangen?<br />
Also, ich bin jetzt nicht seit drei Tagen ununterbrochen am Weinen. Wenn eine Koalition ohne Vorankündigung beendet wird und zudem auch noch so, dass die SPD bereits einen Tag zuvor über die Aufkündigung informiert wurde, dann ist das kein besonders freundlicher Akt. Aber wir können uns nicht mit schlechten Gefühlen aufhalten. Jetzt geht es darum, die Oppositionsarbeit zu organisieren, und dabei sind schlechte Gefühle immer auch schlechte Berater. Natürlich ist das keine freundliche Umgangsform mit uns gewesen. Aber irgendwann muss man dann auch sagen: Okay, der Weg ist so, wie er von den anderen gewählt wurde.<br />
Als Koalitionspartner der Linken im Land sind die Grünen ja jetzt verbrannt. Wie stehen die Saar-Grünen denn nun im Land da?<br />
Wir gehen erhobenen Hauptes in die Opposition. Insofern haben wir auch kein Problem damit, Neuwahlen zu fordern. Wie brauchen diese Wahlen nicht fürchten, weil wir eine gute inhaltliche Bilanz dieser Koalition ziehen können</p>
<p>ET-Media: Hat sich das Experiment „Jamaika“ gelohnt?</p>
<p>Die Koalition hat sich sicher für uns gelohnt: Wir haben es geschafft, eine Bildungsreform auf den Weg zu bringen, die keine andere Konstellation so auf den Weg gebracht hätte. Wir haben die Energielandschaft im Saarland neu geordnet. Das waren inhaltlich zwei gute Jahre.</p>
<p>ET-Media: Ist Hubert Ulrich als einer der Väter dieses Experimentes jetzt beschädigt?</p>
<p>Hubert Ulrich ist nicht beschädigt. Wir haben damals ja innerhalb der Partei einen Entschluss gefasst, den nicht Herr Ulrich entschieden hat, sondern zwei Parteitage. Es war ein Experiment, Rot-Rot-Grün wäre ein mindestens genauso wagnisreiches Experiment gewesen. Wir haben jetzt gesehen, dass das Experiment nicht funktioniert hat. Zumindest nach Lesart der Ministerpräsidentin, die ja nur persönliche Animositäten in der FDP als Grund angegeben hat. Für uns ist unser großer inhaltlicher Erfolg letztendlich die Messlatte für den politischen Erfolg, den wir erzielt haben.</p>
<p>ET-Media: Denken Sie, die Koalition hätte noch etwas länger gehalten, wenn Frau Kramp-Karrenbauer sie nicht am Dreikönigstag beendet hätte?</p>
<p>Ich glaube, dass diese Konstellation durchaus auch noch länger hätte zusammenarbeiten können. Ich denke, Frau Kramp-Karrenbauer hätte sich nichts vergeben, wenn sie noch zwei Monate gewartet hätte, um zu schauen, wie sich das bei der FDP tatsächlich entwickelt. Ich glaube, dass es schon sehr lange Verhandlungen mit der SPD gab, und dass dies der wahre Hintergrund ist, die Koalition auf diese Art und Weise in die Luft zu jagen. Ich glaube, dass jemand wie Annegret Kramp-Karrenbauer keine Koalition aufkündigen würde, ohne einen Plan B zu haben. Ich habe den Eindruck, dass die Große Koalition schon lange ausgedealt war.</p>
<p>ET-Media: Es gibt ja „staatsanwaltschaftliche Ermittlungen im Umfeld der FDP“. Hätte man die Koalition deshalb nicht schon früher beenden müssen?</p>
<p>Wir hätten mal gemeinsam im Koalitionsausschuss über diese Sache sprechen müssen, bevor diese Koalition in die Luft gejagt wird. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Koalition war keine Liebesheirat gewesen und es hat sich auch keine Liebe entwickelt. Es hat sich alles so entwickelt, wie es sich in den letzten drei Wochen eben entwickelt hat.</p>
<p>Interview: Frank M. Wagner</p>
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		<title>Abbas in Berlin</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 22:38:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CRone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittwoch, 18. Januar 2012: Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, ist am Mittag mit Bundespräsident Christian Wulff zusammengetroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche im Schloss Bellevue stand der Nahostfriedensprozess. Dazu Wulff: &#8220;Deutschland unterstützt die Bemühungen des Nahostquartetts (&#8230;) um eine friedliche Lösung des Konflikts. Ziel muss&#160;&#160;<a class="excerptmore" href="http://www.etmedia.de/?p=177">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mittwoch, 18. Januar 2012: Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, ist am Mittag mit Bundespräsident Christian Wulff zusammengetroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche im Schloss Bellevue stand der Nahostfriedensprozess. Dazu Wulff: &#8220;Deutschland unterstützt die Bemühungen des Nahostquartetts (&#8230;)<span id="more-177"></span> um eine friedliche Lösung des Konflikts. Ziel muss dabei eine Zwei-Staaten-Lösung sein, die die historischen Ansprüche und Rechte beider Seiten berücksichtigt und damit den Erwartungen der Menschen in der Region gerecht wird.“</p>
<p>Am morgigen Donnerstag empfängt Bundeskanzlerin Merkel den palätinensischen Präsidenten im Kanzleramt.</p>
<p>Das Foto zeigt Abbas&#8217; Eintrag in das Goldene Buch des Schloss Bellevue:  (c) ET-Media, Frank M. Wagner</p>
<p><a href="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2012/01/BPr_Abbas_full_180112_ET-Media_Wagner.jpg" rel='prettyPhoto'><img class="aligncenter size-medium wp-image-179" title="BPr_Abbas_full_180112_ET-Media_Wagner" src="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2012/01/BPr_Abbas_full_180112_ET-Media_Wagner-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
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		<title>Bundespräsident Wulff empfängt Sternsinger</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 10:01:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CRone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Business as usual Berlin, 6. Januar 2012: Bundespräsident Christian Wulff hat heute 55 Sternsinger aus dem Bistum Essen empfangen. Gruppenfoto mit Präsident auf der Treppe des Schloss Bellvue. &#160; (c) Foto: Frank M. Wagner/ET-Media, Berlin]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Business as usual</p>
<p>Berlin, 6. Januar 2012: Bundespräsident Christian Wulff hat heute 55 Sternsinger aus dem Bistum Essen empfangen.<br />
Gruppenfoto mit Präsident auf der Treppe des Schloss Bellvue.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2012/01/BPr_Wulff_060112-c-ET-Media_FMW.jpg" rel='prettyPhoto'><img class="aligncenter size-medium wp-image-166" title="BPr_Wulff_060112 (c) ET-Media_FMW" src="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2012/01/BPr_Wulff_060112-c-ET-Media_FMW-300x111.jpg" alt="Bundespräsident Wulff empfängt Sternsinger 2012" width="300" height="111" /></a></p>
<p style="text-align: center;">(c) Foto: Frank M. Wagner/ET-Media, Berlin</p>
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		<title>Bahnchef Grube als Zugbegleiter</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 10:18:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CRone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Berliner Hauptbahnhof, heute Morgen (Silvestermorgen 2011), um 8:50 Uhr am Bahnsteig 14, Abschnitt A-C: Im Wagen 26 des ICE 642 von Berlin nach Düsseldorf sitzt Bahnchef Rüdiger Grube. Zum schlichten Reisen ist er heute Morgen allerdings nicht eingestiegen: Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn verdingt sich&#160;&#160;<a class="excerptmore" href="http://www.etmedia.de/?p=160">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Berliner Hauptbahnhof, heute Morgen (Silvestermorgen 2011), um 8:50 Uhr am Bahnsteig 14, Abschnitt A-C: Im Wagen 26 des ICE 642 von Berlin nach Düsseldorf sitzt Bahnchef Rüdiger Grube. Zum schlichten Reisen ist er heute Morgen allerdings nicht eingestiegen: Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn verdingt sich auf der Fahrt nach Düsseldorf vielmehr als Zugbegleiter: „Ich weiß sehr wohl, dass viele meiner Mitarbeiter heute arbeiten müssen und da habe ich beschlossen, es ebenfalls zu tun“, sagt der 60-Jährige im Interview mit der Berliner Agentur ET-Media. <span id="more-160"></span>Tatsächlich lebt der Bahnchef den Servicegedanken vollständig aus: Er bedient die Reisenden wie in der 1. Klasse üblich direkt am Platz. Hier eine Zeitung, da ein Kaffee. „Möchten Sie zweimal Zucker?“, Grube fragt höflich nach und serviert prompt. Service wie er so vermutlich im Regelwerk für Zugbegleiter steht. Der kommt bei den Reisenden gut an. Sie reagieren zunächst meist irritiert, freuen sich aber über die Aktion und den Dialog mit dem Bahnchef.<br />
<a href="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2011/12/Grube_1_-ICE_ET-Media_Wagner.jpg" rel='prettyPhoto'><img class="aligncenter size-medium wp-image-163" title="Grube_1_ ICE_ET-Media_Wagner" src="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2011/12/Grube_1_-ICE_ET-Media_Wagner-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Eine Ankündigung, dass Grube heute im ICE bedient, gab es indes zuvor nicht. „Mir geht es bei der Aktion nicht um Marketing und nicht um einen pressewirksamen Auftritt“, betont der Bahner. Und tatsächlich: Im Wagen sitzt augenscheinlich nur ein einziger Journalist. Per Zufall. „Sie können so einen Konzern eben nicht aus dem 25. Stock des Bahntowers führen, sondern Sie müssen wissen, was an der Basis los ist,“ erklärt Deutschlands oberster Bahner dem Journalisten. Dazu hat die Bahn sogenannte „Servicetage“ für ihre Führungskräfte eingerichtet. Im Rahmen dieser Tage hat der Bahnchef in diesem Jahr nachts auch schon Züge geputzt. In einer knappen Woche, am 6. Januar, wird er einen Tag lang die Kunden im Reisezentrum Hannover bedienen. „Ich möchte, dass die Bahn ein kundenfreundliches und sehr sympathisches Unternehmen ist. Dies lässt sich am Besten realisieren, wenn der Chef aktiv dabei mitarbeitet“, so Grube.<br />
Um 13.05 Uhr wird der ICE 642 in Düsseldorf Hauptbahnhof eintreffen. Danach geht‘s für den Bahnchef zurück in die Hauptstadt. Wieder im ICE und wieder als aktiver Zugbegleiter.</p>
<p>Frank M. Wagner<br />
ET-Media, Berlin</p>
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		<item>
		<title>Von Weihnachten, Kondomen und (christlichem) Sozialismus</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 21:25:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CRone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[MdB Anette Hübinger, saarländische Abgeordnete der CDU, spricht im Weihnachtsinterview über besinnliche Weihnachten, veraltete Ansichten und Gerechtigkeit statt Gleichheit. Warum die bekennende Katholikin teilweise erheblich von der Auffassung des Papstes abweicht, lesen Sie hier. Interview: Frank M. Wagner ET-MEDIA: Frau Hübinger, wie feiern Sie das&#160;&#160;<a class="excerptmore" href="http://www.etmedia.de/?p=130">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>MdB Anette Hübinger, saarländische Abgeordnete der CDU, spricht im Weihnachtsinterview über besinnliche Weihnachten, veraltete Ansichten und Gerechtigkeit statt Gleichheit. Warum die bekennende Katholikin teilweise erheblich von der Auffassung des Papstes abweicht, lesen Sie hier.<span id="more-130"></span></p>
<p>Interview: Frank M. Wagner</p>
<p>ET-MEDIA: Frau Hübinger, wie feiern Sie das Weihnachtsfest?</p>
<p>Hübinger:  Weihnachten feiere ich immer in der Familie, es ist für mich seit Kindesbeinen an das das absolute Familienfest. Natürlich hat es sich im Laufe der Jahrzehnte etwas gewandelt: Vom Kindsein, zum Selbst-Mutter-Werden verändert sich dann auch das Weihnachtsfest. Inzwischen leben die Eltern und Schwiegereltern nicht mehr, aber die Familie steht immer noch im Zentrum.</p>
<p>ET-MEDIA: Was heißt das konkret: Wer ist Heiligabend bei Ihnen zu Hause beziehungsweise wohin gehen Sie?</p>
<p>Hübinger: Heiligabend verbringe ich mit meinem Mann und meinem Sohn zu Hause oder bei meiner Schwägerin und Schwager. Am ersten Feiertag ist dann der Geschwisterbesuch angesagt. Ich habe noch drei Geschwister.</p>
<p>ET-MEDIA: Welche Bedeutung hat denn das Weihnachtsfest für Sie als bekennende Katholikin?</p>
<p>Hübinger: Das Weihnachtsfest ist für mich sowohl der Abschluss als auch der Neubeginn eines Jahres, denn an Weihnachten wird ja in unserem Glauben der Erlöser geboren, sprich: Es ist etwas Neues in die Welt gekommen. Für mich bedeutet das Fest daher zum einen das Rückbesinnen auf das Vergangene, aber auch das Schöpfen von Mut und Kraft für das neue Jahr, in dem wir uns unseren Aufgaben nochmal neu stellen.</p>
<p>ET-MEDIA: Feiern Sie das Fest dann dementsprechend auch ganz klassisch mit einem Weihnachtsbaum und Geschenken darunter? Bitte beschreiben Sie einmal die Situation.</p>
<p>Hübinger: Ja, früher war das so. Aber jetzt, wo man gar nicht mehr so oft zu Hause ist, fragt man sich, ob man noch einen Weihnachtsbaum braucht. Aber die Krippe stellen wir schon noch auf und wir dekorieren auch weihnachtlich. Geschenke unter dem Baum gibt es auch, aber nur für die Kinder. Das ist bei uns bereits seit Langem Tradition. Wir Erwachsenen schenken uns nichts.</p>
<p>ET-MEDIA: Wie ist das hier im Büro? Aktuell (30. November), sehe ich hier keinen Baum, Schmuck oder Ähnliches.</p>
<p>Hübinger: Wir haben Weihnachtsdekoration in unserem „Saar-Zimmer“, das ich gemeinsam mit meiner Abgeordneten-Kollegin Nadine Schön als Besprechungsraum nutze. Dort gibt es später auch kleine Geschenke für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Normalerweise habe ich hier im Büro auch Weihnachtsschmuck stehen. Allerdings bin ich in diesem Jahr während der Adventszeit nur sehr selten hier. Daher fällt das mehr oder weniger unter den Tisch.</p>
<p>ET-MEDIA: Ich habe gesehen, Sie leiten hier im Bundestag regelmäßig einen so genannten „Gebetsfrühstückskreis“. Was hat es damit auf sich?</p>
<p>Hübinger: Ja, der Kreis findet jeweils Freitagmorgen statt und ist interfraktionell. Das heißt, alle Abgeordneten, die sich einer bestimmten Werteorientierung zugehörig fühlen, sind eingeladen. Die Richtung ist grob durch den christlichen Glauben definiert. Dennoch sind bei uns natürlich auch Muslime, Juden und andere herzlich willkommen. Wichtig ist nur, dass die Abgeordneten eine gewisse Werteorientierung haben. Den Gebetsfrühstückskreis leite ich mit zwei Kollegen von der SPD und der FDP seit nunmehr zwei Jahren. In diesem Kreis lernt man die Kollegen mal etwas anders kennen, man begegnet sich als Christ und beleuchtet (politische) Probleme auf eine andere Art und Weise. Nämlich danach, wie man als gläubiger Mensch mit einem Thema umgehen muss und nicht nur als Politiker. Wir lernen die Kollegen ja sonst allein als politischen Gegner kennen. Bei uns steht allerdings der Mensch im Mittelpunkt. Und damit verändert sich die Umgangsart untereinander auch kolossal.</p>
<p>ET-MEDIA: Das heißt, Sie sprechen auf eine ganz andere Art und Weise miteinander?</p>
<p>Hübinger: Ja, und zwar auch in der Debatte. Man kann sagen, es ist plötzlich eine Art „Beißhemmung“ vorhanden. Man diskutiert zwar weiter hart an der Sache und erläutert auch, warum man vielleicht einen Weg nicht mitgeht. Aber es ist so, dass polemische und verletzende Agitationen bei denen, die regelmäßig in unserem Kreis vertreten sind, sehr, sehr selten bis gar nicht vorkommen. Wir tagen übrigens nicht-öffentlich. Damit schaffen wir die Möglichkeit, auch sehr vertrauliche Gespräche zu führen, über die nichts nach außen dringen soll.</p>
<p>ET-MEDIA: Sie sagten, der Kreis sei interfraktionell. Sind denn alle Fraktionen beteiligt?</p>
<p>Hübinger: Ja, jeder der teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen. Es ist nicht so, dass wir irgendjemanden ausgrenzen. Wir haben alle Kollegen zu Beginn dieser Legislaturperiode angeschrieben und in der Folge auch danach immer wieder auf diesen Kreis hingewiesen.</p>
<p>ET-MEDIA: Und sind denn de facto auch Vertreter aller Fraktionen im Kreis dabei? Ich denke da insbesondere an die Abgeordneten der Linken.</p>
<p>Hübinger: Ja, auch von der Fraktion die Linke sind Abgeordnete dabei.</p>
<p>ET-MEDIA: Beim Besuch des Papstes im Bundestag gaben sich ja gerade die Vertreter dieser Fraktion eher zurückhaltend. Es gab da bei dem einen oder der anderen durchaus gewisse Vorbehalte. Wie ist denn Ihr Verhältnis zum Oberhaupt der katholischen Kirche?</p>
<p>Hübinger: Ich unterscheide da sehr zwischen mir als Christin, die einer Kirche zugehörig ist und meinem Verhältnis zum Papst. Ich stehe ihm durchaus auch verhalten gegenüber, weil ich einen Teil seiner Ansätze als zu konservativ erachte. Aber wenn man es mal in Relation setzt, was es in andern Ländern – die nicht so freiheitlich sind wie wir – bedeutet, Glauben auszuüben, dann sehen wir, dass dort eine ganz andere Bindung vorhanden ist und auch eine ganz andere konservative Wertelinie. Diese gibt dort sehr viel Halt. Nach dem Besuch des Papstes war mir klar, dass sein Konservatismus nicht ein Aufoktroyieren ist, sondern eher darauf abzielt, erneut über den Glauben nachzudenken. In seiner Rede im Bundestag hat er deutlich gemacht, wo er den Glauben insbesondere auch in einer politischen Welt verhaftet sieht. Das hat mir sehr gefallen.</p>
<p>ET-MEDIA: Im Anschluss an den Papstbesuch haben Sie eine Pressemitteilung herausgegeben, in der es heißt: „Für mich von besonderer Bedeutung war seine Aufforderung, das persönliche Interesse nach Geltung, Macht und Erfolg dem allgemeinen Interesse der Gemeinschaft unter zu ordnen.“</p>
<p>Hübinger: Genau, wir sind ja als Politiker nicht um unserer selbst Willen gewählt, sondern  um das Beste für unser Volk zu tun. Daher würde es nicht passen, wenn ich mein Ich in den Vordergrund stelle. Das Zurücknehmen ist dagegen vielmehr gefragt. Das habe ich auch in der Kommunalpolitik immer so gehandhabt. Hier auf dem Berliner Parkett fällt das natürlich schwerer, weil man hier ja regelrecht hofiert wird. Als ich beispielsweise ganz frisch als Abgeordnete in den Reichstag kam, stolperte ich über eine Fußmatte. Daraufhin habe ich mich umgedreht und den Abtreter mit dem Fuß zurückgeschoben. Dann kam sofort die Wache aus der Pförtnerloge und sagte: „Frau</p>
<p>Hübinger, das müssen Sie doch nicht machen, dafür sind wir da!“. Das sehe ich nicht so, ich bin durchaus dafür da, auch solche Dinge zu machen. Dafür brauche ich kein Personal. Aber wenn man permanent hofiert wird, läuft man Gefahr, sehr schnell zu vergessen, wer man eigentlich ist.</p>
<p>ET-MEDIA: Sie betonen, man müsse sich selbst zurücknehmen, insbesondere auch in Bezug auf das Thema Geltung. Ich kann mich erinnern, dass einer Ihrer Mitarbeiter einmal bei der Redaktion angerufen und nachgefragt hat, warum Ihr Porträt noch nicht veröffentlicht wurde. Ist es als Politiker also doch wichtig, zumindest medial eine Geltung zu haben?</p>
<p>Hübinger: Ja, man muss medial erscheinen, weil man ansonsten nicht wahrgenommen wird. Denn viele Bürger lesen Magazine und Zeitungen. Zugleich kann man natürlich auch bei vielen Vereinen, Veranstaltungen und Organisationen vor Ort sein und das mache ich ja auch. Aber die mediale Geltung würde ich nicht in den Vordergrund stellen. Ich wollte nur wissen, wann das Interview, das wir geführt hatten, erscheinen wird. Es ist aber nicht so, dass ich sage, ich muss überall unbedingt wahrgenommen werden oder präsent sein. Aber natürlich braucht ein Politiker auch Medien, um seine Meinung und seine politische Arbeit transportieren zu können.</p>
<p>ET-MEDIA: Kommen wir nochmal zum Papstbesuch zurück. Sie hatten angedeutet, dass Sie die konservative Haltung des Papstes nicht zu 100% billigen würden. Benedikt XVI hat sich bei seinem Besuch in Deutschland ja verblüffender Weise nicht besonders ausführlich zum Thema Ökumene oder zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche geäußert.  Hat Ihnen da etwas gefehlt?</p>
<p>Hübinger:  In Richtung Ökumene ja. Denn als alternde und schrumpfende Gesellschaft wären wir vielleicht ganz dankbar für Signale gewesen, die deutlich machen, wohin die beiden Strömungen in einem gemeinsamen Leben des Christentums künftig tendieren. In Entwicklungsländern – ich bin ja Entwicklungspolitikerin – da sieht man das wahrscheinlich wieder total anders, weil dort genügend Kirchenmitglieder sind, die ihren Glauben halt noch auf diese Art und Weise leben. Zu den Missbrauchsopfern: Es ist die Frage, ob dieses Thema im Zentrum der Reise stand. Denn der Papst kam ja mit einer ganz anderen Intention nach Deutschland. Er wurde vom Bundestag eingeladen, er ist der erste deutsche Papst, der dort gesprochen hat und es wird hier sicher so schnell auch keinen zweiten mehr geben. Ich glaube, auf der Reise stand ganz einfach ein anderes Begreifen von Religion und Kirche im Vordergrund.</p>
<p>ET-MEDIA: Der Papst hat ja vor einigen Wochen Benin besucht. Auch da hat er sich wieder einmal nicht besonders umfassend zum Thema HIV-Infektionen geäußert. Er verfolgt nach wie vor die Linie, Enthaltsamkeit sei ein guter Schutz vor Krankheiten. Halten Sie dies auch für die beste Verhütungsmethode?</p>
<p>Hübinger: Als aufgeklärter Mensch weiß man, dass es noch viele andere Möglichkeiten gibt, sich vor Aids zu schützen, die auch wichtig und richtig sind. Ich kann den Papst aber insofern verstehen, dass er  mit Sicherheit nicht das Sexualverhalten um 50 Jahre zurückdrehen möchte, sondern vielmehr die Frage aufwerfen möchte, wie gehe ich mit meiner sexuellen Verantwortung um: Wenn Verhütungsmöglichkeiten hinsichtlich einer HIV-Infektion nicht möglich sind, ist es dann nicht besser, sich zu enthalten, als ein Risiko einzugehen? So würde ich das sehen. Und natürlich ist Enthaltsamkeit allein nicht die Lösung der Probleme.</p>
<p>ET-MEDIA: Das heißt, Sie selbst stehen auch Kondomen nicht kritisch gegenüber?</p>
<p>Hübinger: Um Gottes Willen. Kondome sind lebensschützend und lebensrettend. Auch anderen Verhütungsmitteln stehe ich nicht kritisch gegenüber.</p>
<p>ET-MEDIA: Stichwort Zölibat. Diese „Verhaltensmaßregel“ stammt ja aus einer Zeit, als die Position der Frauen in der katholischen Kirche noch deutlich schlechter war als heute. Wie stehen Sie zum Zölibat?</p>
<p>Hübinger: Ich muss Ihnen sagen, ich hätte nichts dagegen, von einem katholischen Seelsorger betreut zu werden, der verheiratet ist. Denn dieser bekommt noch einen anderen Aspekt vom Leben mit. Das Ziel der Kirche ist allerdings, dass sie die volle Konzentration auf das Priesteramt erreichen möchte, nicht nur auf die Seelsorge. Aber ich selbst würde mich auch einer anderen Richtung gegenüber sehr offen zeigen.</p>
<p>ET-MEDIA: Die Konzentration auf die Gemeinde ist wichtig, keine Frage. Jetzt muss ich allerdings ketzerisch anmerken, dass mein Bruder evangelischer Pfarrer und auch (mit einer Pfarrerin) verheiratet ist. Ihm als Protestant gelingt das Konzentrieren auch.</p>
<p>Hübinger: Ja, klar. Luther war früher auch verheiratet, die Priester waren verheiratet, Also ich kann mir nicht vorstellen, dass man in der heutigen Zeit noch sagen kann, katholische Priester würden ihrer Aufgabe nicht mehr gerecht werden, wenn sie heiraten würden.</p>
<p>ET-MEDIA: Gehen wir einen Schritt weiter: Wie würden Sie Frauen als Priester sehen? Es gab ja früher das Argument, Frauen seien einmal im Monat „unrein“ und unter anderem deswegen wurde ihnen das Priesteramt ja auch verwehrt.</p>
<p>Hübinger: Ja, das ist ein sehr alt hergebrachtes Denken und sollte bei einem aufgeklärten Menschen nicht mehr im Mittelpunkt der Argumentation stehen. Wenn man sieht, wie viele Frauen sich heute in der katholischen Kirchen engagieren und diese alle wegdenken würde, dann würde die katholische Kirche zusammenbrechen. Das möchte ich jetzt einfach mal schlicht behaupten. Aber ich denke, die Zeit für Frauen im Priesteramt ist noch nicht reif, da müssen wir noch etwas arbeiten. Aber: Die Kirche hat sich gewandelt. Wenn immer weniger Männer Priester werden, dürfen vielleicht nachher irgendwann auch Frauen dieses Amt ausführen. Ich kenne ja auch genügend evangelische Pfarrerinnen. Und die machen ihre Arbeit nicht schlechter als ihre männlichen Kollegen.</p>
<p>ET-MEDIA: Apropos Kollegen: Einer ihrer Parteikollegen, Thomas Dörflinger, war bei der zweiten EFSF-Abstimmung im Bundestag nicht dabei, weil er einen Termin beim Papst hatte und diesen nicht absagen wollte. Hätten Sie auch so gehandelt?</p>
<p>Hübinger: Ja, hätte ich. Natürlich müssen die Mehrheiten gesichert sein. Denn wir sind ja nicht gewählt, um den Papst zu besuchen, sondern um unsere politische Arbeit zu machen. Aber wenn man frühzeitig angibt, dass man fehlt und die Mehrheiten vorhanden sind, dann hätte ich meinen Papstbesuch auch gemacht.</p>
<p>ET-MEDIA: Zumal die Mehrheiten in diesem Fall ja ohnehin gesichert waren, denn der Abgeordnete Dörflinger hätte ja gegen die Kanzlerin gestimmt. Sagen, Sie, was genau bedeutet eigentlich das christliche C in der CDU. Inwiefern ist die CDU christlich?</p>
<p>Hübinger: Wir orientieren uns am christlichen Menschenbild und nehmen den Menschen so an, wie er ist. Und wir richten unsere Politik nach dem aus, was unser Glaube, unsere Soziallehre uns mitgibt: Ein ausgeglichenes Handeln, starke Schultern müssen mehr tragen als schwache und es muss im Volk eine Balance hergestellt werden. Diese Punkte sind für mich wesentlich, wenn wir in unserem Land in einem sozialen Frieden leben wollen.</p>
<p>ET-MEDIA: Jetzt habe ich neulich einen Aufsatz gelesen, in dem erklärt wurde, das Christentum sei eher sozialistisch geprägt. Der Autor bezog sich vor allem auf die Nächstenliebe, das Teilen und darauf, dass alle das Gleichen haben sollten. Sehen Sie das  auch so?</p>
<p>Hübinger: Ich würde nicht sagen, alle sollen das Gleiche haben. Es soll gerecht zugehen. Gerechtigkeit darf man nicht mit Gleichheit verwechseln. Beispiel: Ich bin ja mit mehreren Geschwistern aufgewachsen. Alle vier haben die gleiche Erziehung genossen. Aber jeder ist charakterlich oder bezüglich seiner Auffassungsgabe anders und hat andere Neigungen. Und da muss der eine mal mehr bekommen als der andere, um jedem gleiche Chancen einräumen zu können.</p>
<p>ET-MEDIA: Ein schönes Schlusswort. Dennoch eine Frage zum Abschuss: Wie verbringen Sie denn jetzt die Zeit nach den Weihnachtsfeiertagen? Das Parlament tagt ja erst in der dritten Januarwoche wieder.</p>
<p>Hübringer: Direkt nach Weihnachten fahren wir in die Bretagne, um mal eine Woche auszuruhen und zu entspannen. Dort werde ich vor allem lesen. Denn ich finde, gute Politik funktioniert nur durch Nachdenken und die Zeit dazu muss man sich ab und an gönnen.</p>
<p>ET-MEDIA: Bleiben Sie denn telefonisch erreichbar?<br />
Hübinger: Ja, für Notfälle.</p>
<p>ET-MEDIA: Und werden Sie zwischendrin auch etwas fernschauen?</p>
<p>Hübinger: Nein, nur die Weihnachtsansprache der Bundeskanzlerin und das Neujahrskonzert aus Wien werde ich anschauen. Und ansonsten bin ich absolut kein Fernsehschauer, da lese ich lieber.</p>
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		<title>Papstbesuch in Deutschland 2011</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 17:58:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CRone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Papst Benedikt XIV, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Christian Wulff, (c) ET-Media   Papstbesuch in stürmischer Zeit: Bettina Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Papst Benedikt XIV, Personenschutz und Bundespräsident Christian Wulff auf dem Roten Teppich in Richtung des Limousinen-Konvois, der den Papst von Tegel im nordwestlichen Teil der&#160;&#160;<a class="excerptmore" href="http://www.etmedia.de/?p=120">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2011/12/A_1024_Papst_Tegel_1_c_Wagner_ET-Media_2011.jpg" rel='prettyPhoto'><img class="aligncenter size-full wp-image-139" title="Papstbesuch 2011" src="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2011/12/A_1024_Papst_Tegel_1_c_Wagner_ET-Media_2011.jpg" alt="" width="614" height="614" /></a></p>
<p style="text-align: center;">Papst Benedikt XIV, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Christian Wulff, (c) ET-Media</p>
<p style="text-align: center;"> </p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2011/12/B_1024_Papst_Tegel_1_c_Wagner_ET-Media_2011.jpg" rel='prettyPhoto'><img class="aligncenter size-full wp-image-145" title="B_1024_Papst_Tegel_1_(c)_Wagner_ET-Media_2011" src="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2011/12/B_1024_Papst_Tegel_1_c_Wagner_ET-Media_2011.jpg" alt="" width="614" height="614" /></a></p>
<p style="text-align: center;">Papstbesuch in stürmischer Zeit:<br />
Bettina Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Papst Benedikt XIV, Personenschutz und Bundespräsident<br />
Christian Wulff auf dem Roten Teppich in Richtung des Limousinen-Konvois, der den Papst von Tegel im<br />
nordwestlichen Teil der Hauptstadt zum Schloss Bellevue in Berlin-Mitte (Tiergarten)  bringt (ca. 8 km).</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Alle Fotos zur Landung des Papstes Benedikt XVI auf dem militärischen Teil des Flughafens<br />
Berlin Tegel (TXL): (c) Wagner, ET-Media, Berlin, alle Rechte vorbehalten.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Das Traumschiff &#8211; echte Familienunterhaltung</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 17:41:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CRone</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zeitgeist / Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[21. November 2011: Wir schreiben das Jahr 1981. Ronald Reagan zieht ins Weiße Haus ein, der Unrechtsstaat DDR tituliert die BRD noch weitere acht Jahre lang als „Klassenfeind“ und die Bundesbürger zahlen für ihre drei öffentlich-rechtlichen TV-Programme eine GEZ-Gebühr von 13 DM. Der Stereoton war&#160;&#160;<a class="excerptmore" href="http://www.etmedia.de/?p=117">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2011/12/2_940x350_MS_Deutschland-in-der-Hamburger-Hafencity-c-Wagner-ET-Media.jpg" rel='prettyPhoto'><img class="size-medium wp-image-128 alignleft" title="2_940x350_MS_Deutschland in der Hamburger Hafencity (c) Wagner, ET-Media" src="http://www.etmedia.de/wp-content/uploads/2011/12/2_940x350_MS_Deutschland-in-der-Hamburger-Hafencity-c-Wagner-ET-Media-300x111.jpg" alt="MS Deutschland im Sommer 2011" width="180" height="67" /></a>21. November 2011: Wir schreiben das Jahr 1981. Ronald Reagan zieht ins Weiße Haus ein, der Unrechtsstaat DDR tituliert die BRD noch weitere acht Jahre lang als „Klassenfeind“ und die Bundesbürger zahlen für ihre drei öffentlich-rechtlichen TV-Programme eine GEZ-Gebühr von 13 DM. Der Stereoton war im deutschen Fernsehen zu dieser Zeit noch nicht eingeführt. Am 22. November jenes Jahres startete das ZDF mit der Reihe „Das Traumschiff“ eine mittlerweile 30 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte. Das Reiseziel des luxuriösen Kreuzfahrtschiffes lag bereits in der ersten Folge in der attraktiven, sonnenverwöhnten Karibik. „Von diesem Tag an stand diese besondere und bis dahin unbekannte Form der Familienunterhaltung als Maßstab für die edle Art des Eskapismus und für den Quotenerfolg schlechthin“, sagt Thomas Bellut, Programmdirektor und designierter Intendant des ZDF.<span id="more-117"></span> &#8220;Das Traumschiff&#8221; sei opulentes Starfernsehen, Familienunterhaltung und begeisterndes Reiseerlebnis zugleich, so Bellut weiter. Und tatsächlich: Zu den insgesamt 537 Schauspielern, die seit 1981 an Bord des Traumschiffes aufgetreten sind, gehören bekannte Größen wie Gila von Weitershausen, Maria Sebaldt, Klaus Wildbolz, Marek Erhardt, Gerit Kling, Helmut Zierl und zahlreiche weitere Darsteller der ersten Reihe. Nicht zu vergessen auch Sascha Hehn, der einst die Rolle des Stewarts Victor übernommen hatte.</p>
<p>Die Geschichten der ZDF-Reihe ranken sich nicht selten um familiäre Themen wie etwa uneheliche Kinder, von denen der neue Lebenspartner auf der Schiffsreise erfährt. Auch schwer erkrankte Protagonisten, die auf der MS Deutschland ihre verloren geglaubte Tochter wieder treffen (und mit dieser dann jahrzehntealte Streitigkeiten ausräumen) tauchen immer wieder auf. Kurze Zeit später passiert bisweilen auch schon mal, dass sich die vermeintlich tödliche Krankheit als Fehldiagnose herausstellt und alle glücklich und zufrieden weiterleben können. Denn spätestens zum traditionellen Captains-Dinner, mit dem die Folgen regelmäßig enden, ist die Welt wieder völlig in Ordnung. Klassische Happy Ends eben. Entsprechend dieser Dramaturgie sehen auch die Darsteller ihre Rolle in der Serie: „Ich will den Leuten etwas Schönes vermitteln, Ihnen ein bisschen ein Märchen erzählen, schöne Länder zeigen und etwas Schiffsatmosphäre vermitteln. Das ist eben etwas, was die Menschen nach dem meist stressigen Berufsleben zur Entspannung am Abend vor dem Fernseher brauchen“, erklärt Siegfried Rauch im FORUM-Interview. Der 79-jährige, der die Rolle des „Kapitän Paulsen“ verkörpert, begann seine Karriere 1958 am Theater und spielte später unter anderem im US-Streifen „Patton – Rebell in Uniform“, (sieben Oscars). Darüber hinaus war er an der Seite von Steve McQueen  im Film „Le Mans“ zu sehen. McQueen wurde später übrigens auch Taufpate von Rauchs erstem Sohn. Auf dem Traumschiff mimt Rauch nun schon seit 1999 den Kapitän. Für ihn sind die Dreharbeiten ein Stück weit ein „nach Hause kommen“. Er freut sich über die Auswahl der sehr guten Schauspieler, die der Produzent regelmäßig treffe. „Und es ist natürlich schon Arbeit. Aber ich würde mal sagen, es gibt schlechtere Arbeitsplätze“ sagt Rauch und schmunzelt.</p>
<p><strong>Wolfgang Rademann produziert das ZDF-„Traumschiff“ seit 1981</strong></p>
<p>Ähnlich sieht es wohl auch Wolfgang Rademann, der für das „Traumschiff“ seit dem Start der Serie 1981 als Produzent verantwortlich zeichnet. Rademann beschreibt sich selbst als „Unterhaltungsfuzzi“ und ist ein Berliner, wie er im Buche steht: Schnauze und auch Herz zeichnen seine oft langen Interviewantworten aus. Gerne garniert er seine Ausführungen mit Anekdoten und auch der einen oder anderen Spitze. Während eines Pressetermins zum 30-jährigen Jubiläum erzählt er zum Beispiel, wie ein Schauspieler einmal in letzter Sekunde eine bereits zugesagte Rolle wieder absagte. Der einzige Grund für die Absage war das Rauchverbot, das in den Schiffskabinen herrscht. An anderer Stelle erklärt Rademann, weshalb die Jubiläumsfolge (Nummer 65) satte 120 Minuten statt der sonst üblichen 90 Minuten dauert: „Der Programmdirektor hat gesagt: Dreh so lange wie Du willst. Mit demselben Geld!“ (vgl. Foto: „Rademann/Bellut“). Im Anschluss fügt er allerdings beschwichtigend hinzu: „Wir haben keine richtige Not, der Sender stattet uns schon ganz anständig aus“. Der bei der Jubiläums-Pressekonferenz neben Rademann sitzende Harald Schmidt, der mittlerweile als Kreuzfahrtschiffdirektor in der TV-Serie agiert, weiß ebenfalls Anekdoten über Rademann zu berichten: Schmidt: „Wolfang, die Geschichte hast Du mir ja mal erzählt: Rademann und Heinz Hönig treffen sich in Berlin, sagt Rademann: ‚Ick will mit Ihnen drehen. Ick höre, Sie sind nen Arschloch. Stimmt det?“ Da sagt der Heinz: ‚Nee, bin ich nicht‘. Und da war er engagiert“.</p>
<p>Wolfgang Rademann ist durchaus direkt, kann aber vor allen Dingen mitreißen und andere für seine Themen begeistern. Von seiner Arbeit für die ZDF-Reihe ist er sehr überzeugt: „Ich mach das Traumschiff gerne. Mit der Truppe hier ist det nen Riesenspaß“, sagt er. Die jeweils 21 Drehtage, die eine Folge üblicherweise in Anspruch nimmt, haben den 76-jährigen schon fast in die ganze Welt geführt. Es gibt kaum ein Reiseziel, dass Rademann noch nicht gesehen hat: „Mir jeht die Welt aus“ klagt er. „Es gibt nur noch die Philippinen, Kuba, Alaska und Korea. Mehr hab ick nich uff der Warteliste“.</p>
<p><strong>Das Kreuzfahrtschiff „MS Deutschland“ – kein Massentourismus</strong></p>
<p>Während der Dreharbeiten befinden sich übrigens nicht nur die Schauspieler und die TV-Crew auf dem Kreuzfahrtschiff. Auch ganz „normale“ Passagiere fahren während der Drehs auf dem Luxusdampfer mit. Insgesamt kann die MS Deutschland maximal 520 Passagiere und 280 Crew-Mitglieder befördern. Das einzige Grand Hotel auf See, das unter deutscher Flagge fährt, weist eine sogenannte „Länge über alles“ von 175 Metern auf. Zum Vergleich: Das Kreuzfahrtschiff „Celebrity Silhouette“, das im Juni 2011 die Meyer Werft im emsländischen Papenburg verlassen hat, kann 2.886 Passagiere transportieren und hat eine „Länge über alles“ von 319 Metern.</p>
<p>Das Interieur der MS Deutschland ist edel und luxuriös im Stile der 20er Jahre gehalten (vgl. Fotos: „Flur“ und „Fahrstuhl“). Auf das Thema Hygiene ist ein besonderes Augenmerk gerichtet: Wer beispielsweise die Lido-Terrasse auf Deck 9 betreten möchte, wird gebeten, seine Hände vorab zu desinfizieren. Dazu steht ein Desinfektionsautomat bereit, der das entsprechende Reinigungsmittel zum Einreiben der Hände spendet (vgl. Foto: „Desinfektion“).</p>
<p><strong>Kritik am Traumschiff durch Christoph Maria Herbst</strong></p>
<p>Zu den insgesamt 537 Schauspielern, die bislang den Cast der Traumschiff-Reihe bilden, gehört auch Christoph Maria Herbst. Der gebürtige Wuppertaler, einem größeren Publikum durch seine Titelrolle in der Büro-Comedy „Stromberg“ bekannt, wurde 2010 für die Folge „Bora-Bora“ engagiert. Während der Dreharbeiten verfasste Herbst ein Buch, das sich in sehr kritischer Weise mit der „Traumschiff“-Reihe auseinandersetzt. Unter anderem bezeichnet er darin das Schiff als „schwimmende Schwarzwaldklinik“ oder „Mumienschlepper“. Auf diese Kritik reagierte Produzent Rademann verärgert. Gegenüber der B.Z. erklärte er: „Christoph hat die Reise genossen, Spaß gehabt und gut gespielt. Wie er jetzt Mitspieler, Passagiere und Zuschauer madig macht, ist unfair“. Siegfried Rauch sieht die Situation im Interview mit dem FORUM Magazin äußerst gelassen: „Ach ja, der, naja, der ist ein bisschen eifersüchtig mit seiner Einschaltquote von zwei Millionen. Das verstehe ich ja auch. Aber dann hängt er sich halt an uns dran. Er muss es ja nicht machen, wenn er es nicht gern macht. Es zwingt ihn keiner.“</p>
<p>Und so wird das Traumschiff wohl auch noch in den nächsten Jahren die Weltmeere durchqueren. Die Einschaltquoten, die in den letzten zehn Jahren regelmäßig zwischen knapp sieben und gut zehn Millionen Zuschauern liegen, wird Herbsts Kritik sicherlich nicht verändern. Am Zweiten Weihnachtstag (26. Dezember 2011) sticht die MS Deutschland um 20:15 Uhr wieder in See und wird Kurs auf Kambodscha nehmen. Mit dabei sind Nina Bott, Jochen Busse, Peter Sattmann und einige mehr. Um 23:15 Uhr folgt dann das „Traumschiff Spezial 2011“, das exklusive Einblicke hinter die Kulissen gewährt und das Team auf seiner Reise nach Bali begleitet.</p>
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